Hornhaut

Hornhaut


Die Hornhaut (Cornea) ist die äußere durchsichtige, glasklare und gewölbte Schicht des Auges. Durch sie fällt das Licht in das Auge und zusammen mit der Augenlinse ist sie dafür verantwortlich, dass alles was wir sehen auf der Netzhaut scharf abgebildet wird. Zusammen mit den Augenlidern und der Tränenflüssigkeit dient sie dem Schutz der empfindlichen inneren Strukturen des Auges und vor äußeren Einwirkung von Fremdkörpern. Gegenüber Berührungen reagiert sie sehr empfindlich und wirkt zerbrechlich, ist jedoch fast so hart wie ein Fingernagel.

Aufbau

Bei einem Durchmesser von nur 11mm besteht die Hornhaut aus insgesamt sechs verschiedenen Schichten, die jeweils eine spezielle Funktion erfüllen. Erstaunlich daran ist, dass die sechste sogenannte Dua-Schicht erst 2013 entdeckt wurde. Bisher war man von nur fünf Hornhautschichten ausgegangen.

1. Epithelschicht
2. Bowman-Membran
3. Stroma

4. Dua-Schicht
5. Descemet-Membran
6. Endothelzellschicht

Hornhautverkrümmung


Es kommt oft vor, dass die Wölbung der Hornhaut bei beiden Augen unterschiedlich ist. Die eigentlich halbkugelförmige Hornhaut hat an einer Stelle eine leichte “Delle” wodurch sich der maximale Punkt der Wölbung nicht im Zentrum des Auges befindet, sondern etwas versetzt ist. Die Fehlsichtigkeit die daraus entsteht wird als Astigmatismus (Stabsichtigkeit) bezeichnet.

Mit einem Keratometer (auch Opthalmometer) kann die Oberflächenkrümmung der Hornhaut bestimmt werden. Die Hornhauttopographie (Korneale Topographie) ist eine weitere Untersuchungsmethode, mit deren Hilfe sich eine „Landkarte“ der Hornhaut bildlich und farblich erstellen lässt. Der Keratograph erstellt zwischen 5000 – 10.000 Punkte der Hornhautoberfläche, wodurch sich Veränderungen und Krankheitsverläufe der Hornhaut diagnostizieren lassen.

Wenn die Lichtstrahlen auf die gekrümmte Hornhaut fallen, werden Sie je nach Ausprägung der Verkrümmung nicht genau in einem Punkt zentral gesammelt, sondern gestreut. Dadurch kann es zu verzerrten und verschwommenen Bilder kommen. Mit Hilfe einer Brille oder Kontaktlinsen lässt sich eine Hornhautverkrümmung aber sehr einfach korrigieren. Mit der vorgesetzten Linse gleicht man das fehlgeleitete Licht aus. Alternativ und wenn die Hornhaut dick genug ist, lassen sich die Dellen auch mit einer Laserbehandlung therapieren.

Hornhauttrübung


Durch krankhafte oder degenerative Veränderungen der Hornhaut kann es zu Verfärbungen der äußersten Hornhautschicht kommen. Die Durchsichtigkeit ist dann vermindert. Narben, Schwellungen und Stoffwechselerkrankungen, wie beispielsweise die Hornhautdystrophie, begünstigen das Eindringen von Flüssigkeit in die Hornhaut wodurch diese langsam trüb wird. Da sich diese Eintrübungen nicht mehr von allein zurückbilden, hilft ab einem gewissen Stadium nur noch der Austausch gegen eine gesunde, klare Hornhaut.

Hornhauttransplantation (Keratoplastik)


Hat der Augenarzt alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft um ein optimales Sehvermögen zu erzielen kann die eigene Hornhaut durch eine Transplantation einer neuen ersetzt werden. Vor allem für Betroffene mit schweren Verformungen oder nach Entzündungen mit Narbenbildung stellt eine Hornhauttransplantation einen enormen Gewinn an Lebensqualität dar. Die Hornhauttransplantation (Keratoplastik) gehört mit bis zu 6000 Operationen pro Jahr in Deutschland zu den Routineoperationen am Auge. Die Operation wird meist stationär unter lokaler Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt.

Das Spendermaterial wird von menschlichen Spendern gewonnen und in einer Hornhautdatenbank aufbereitet. Je nach Ausprägung der Einschränkung wird die Hornhaut ganz oder nur teilweise ersetzt. Dabei wird die neue Hornhaut vom Augenarzt passgenau zurecht geschnitten und vernäht. In den seltensten Fällen kommt es zu Komplikationen oder einer Abstoßung der neuen Hornhaut, ein Restrisiko bleibt jedoch bestehen.

Es wird zwischen folgenden beiden Formen der Behandlung unterschieden

Perforierende Keratoplastik

Bei dieser Methode wird die Hornhaut mit allen Schichten entfernt und durch ein exakt zugeschnittenes Transplantat ersetzt.

Lamelläre Keratoplastik

Hier bleiben die gesunden Teile der Hornhaut erhalten und nur die geschädigten Schichten werden ersetzt. Damit ist diese Methode wesentlich aufwendiger. Man unterscheidet zwischen:

  • vordere lamelläre Keratoplastik (DALK) – nur die außenliegenden Schichten werden ersetzt
  • hintere lamelläre Keratoplastik (DMEK / DSAEK) – die innenliegenden Schichten werden ersetzt

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